Mobile Apps mit Vaadin Touchkit Hybrid für IOS und Android

Eine Erweiterung für Vaadin Applikationen, die es ihnen ermöglicht auf mobilen Endgeräten derart zu laufen, dass sie wie native Applikationen wirken. Dabei laufen diese Applikationen mit HTML5, JavaScript und CSS auf dem Endgerät in einem Browser im Vollbildmodus. Mittels der Möglichkeiten von HTML5 und den Apache Cordova APIs können dabei Fähigkeiten mobiler Endgeräte wie Beschleunigungssensor, Kamera, Kompass und Geolokation angesprochen werden.

Das Web-Application-Framework Vaadin blickt auf eine Entwicklungsgeschichte zurück, die im Jahr 2000 begann. Damals noch unter dem Namen „IT Mill Toolkit“ veröffentlichte die Firma IT Mill ein Framework, das mittels einer eigenen Oberflächen-Bibliothek die Entwicklung von RIAs ermöglichte. Diese Bibliothek, die Milestone WebUI Library, wurde bis ca. 2007 weiterentwickelt; danach kam es zu den ersten größeren Änderungen im „IT Mill Toolkit“, welche die weitere Entwicklung entscheidend prägen sollten:

Zum einen wurde das Framework von einer kommerziellen Lizenz auf die Open-Source „Apache 2.0 Lizenz“ umgestellt. Zum anderen ersetzte das Google Web Toolkit (GWT) die Milestone WebUI Library für die Clientseite. Dies hat den Vorteil, dass GWT bereits die Kompatibilität mit dem Browser sicherstellt und das Framework sich „nur noch“ um die Kommunikation auf dem Server bzw. zwischen Client und Server kümmern muss.

Was noch blieb, war der Name „IT Mill Toolkit“, der jedoch 2009 erst für das Framework und später auch für die Firma in „Vaadin“ geändert wurde. Das Wort „Vaadin“ ist finnisch und steht u.a. für das weibliche Rentier. Ein Zusammenhang, der sich auch im neuen Logo zeigt: gedreht erinnert es an ein stilisiertes Rentier.

Erinnern Sie sich, vor wenigen Jahren entstand der Trend, Desktopanwendungen immer mehr ins Web auszulagern? Der Browser wurde dank JavaScript, GWT und anderen Frameworks zur Allzweckwaffe. Mobile Applikationen werden bis heute jedoch überwiegend native realisiert. Die Entwicklung für iOS- und Android-Geräte unterscheidet sich dabei deutlich: Angefangen von der Programmiersprache bis hin zur Bereitstellung über einen Store. Folglich werden mobile Applikationen mindestens zweifach entwickelt, wenn man zumindest die beiden größten Vertreter der Branche adressieren will.

Heute ist HTML5 in aller Munde und die Frage steht im Raum, ob die Entwicklung mobiler Applikationen eine ähnliche Wende wie im Desktopbereich erleben wird. Der HTML5-Standard wird von vielen Smartphones und Tablets unterstützt und es lassen sich Anwendungen entwickeln, die der alten Java-Grundidee „write once, run anyware“ sehr nahe kommen. Mit dem Vaadin TouchKit wird genau dieser Weg bestritten: In „Pure Java“ werden auf einfachem Wege Applikationen entwickelt, die universell als HTML5-Anwendungen auf iPhone, iPad, Android-Smartphones und vielen anderen Geräte aufrufbar sind. Das Ergebnis überzeugt: Praktisch ist kein Unterschied zu einer nativen App erkennbar!